Lerntherapie
Definitionen und Abläufe
Was ist Lerntherapie?
Die lerntherapeutische Förderung ist ein weites Feld, welches viele Methoden und Möglichkeiten bietet, um individuell und ganzheitlich auf die Lern- und Leistungsstörungen einzugehen. Die Förderung findet in der Regel im außerschulischen Bereich statt.
Ausgangspunkt dieser außerschulischen Förderung sind Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben oder Rechnen. Bei Betroffenen ist das hierfür notwendige Grundverständnis nicht beziehungsweise nicht ausreichend vorhanden. Daraus ergeben sich häufig pädagogische, soziale und innerpsychische Probleme, woraus sich eine negative Lernstruktur aufbaut und zu etablieren droht.
Hier setzt die Lerntherapie an und hilft, einen individuellen Weg zu finden, mit der individuellen Schwierigkeit umzugehen. Es werden Strategien erlernt sowie Hilfen dargestellt, die die Betroffenen dabei unterstützen sollen, den schulischen Alltag zu meistern.
„Die Lerntherapie versteht sich als eine der Persönlichkeit und ihrem Lernen verpflichtete Therapie. Lerntherapie ist eine Entwicklungstherapie, welche beim Lernen und seinen Schwierigkeiten einsetzt.
Die Lerntherapie konzentriert sich auf die Persönlichkeit, ihr Lernen, ihre Interaktivität und ihr Umfeld. Lerntherapie fördert die Entwicklung der Persönlichkeit und ihre Kompetenzen, indem sie in Zusammenarbeit mit den Lernenden – und häufig mit ihren Bezugspersonen – über ihre individuellen Lernprozesse die erwünschten Veränderungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördert und unterstützt.“
- Lerntherapie in Theorie und Praxis, Armin Metzger (Göttingen, 2008)
Meine Grundsätze
Folgende Therapie-Grundsätze sind für die Durchführung der individuell abgestimmten Lerntherapie von Bedeutung:
- Berücksichtigung des individuellen Leistungsstandes des Kindes
- Vom Leichten zum Schweren
- Lernen mit allen Sinnen
- Aktive Mitarbeit des Lernenden
- Aufteilen des Lernstoffes in Teilschritte
- Verwendung von Verstärkersystemen
- Häufiges Wiederholen
- Orientierung an den Stufen des Schriftspracherwerbs
- Vermittlung von relevanten Lernstrategien
- Training relevanter (Teil-)Fertigkeiten
- Erhöhung von Lernmotivation, Selbstständigkeit und Selbstwertgefühl
- Verstärkter Gebrauch von Visualisierungen

Diagnose
Im Regelfall kommen Sie mit einer Diagnose vom Kinder- und Jugendpsychiater zu mir.
Um mir aber einen besseren Überblick zu verschaffen und genau zu sehen, wo die Schwächen und Hauptfehlerquellen Ihres Kindes sind, verwende ich ausgewählte standardisierte Testverfahren, um mir einen genauen Überblick zu verschaffen. Dies geschieht bereits im Rahmen der Therapie und wird spielerisch in diese eingebunden.
Pädagogische Stellungnahmen ohne ärztlichen Befund, um einen IST-Stand der Problematik zu bekommen, sind möglich. Sprechen Sie mich hierfür gerne persönlich an.

Kosten für die Lerntherapie
Die Lerntherapie wird weder von den privaten noch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Für Sie als Eltern/ Erziehungsberechtigte bleibt somit nur der Weg, die Lerntherapie selbst zu zahlen.
In der Regel findet die Therapie einmal die Woche außerhalb der rheinland-pfälzischen Schulferien statt. Eine Sitzung dauert dabei 60 Minuten und findet an einem wöchentlich fest vereinbarten Termin statt.
Die Kosten für die Therapie werden als Pauschalbetrag monatlich im Lastschriftverfahren eingezogen.
Für weitere Informationen setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung.
Ich berate Sie gerne telefonisch oder persönlich.
Kostenübernahme nach § 35a SGB VIII
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Lerntherapie als Leistung der Kinder- und Jugendhilfe nach § 35a SGB VIII (Eingliederungshilfe) ganz oder teilweise vom zuständigen Jugendamt übernommen werden. Ich bin aktuell anerkannter Leistungserbringer im Rhein-Pfalz-Kreis, der Stadt Speyer, der Stadt Frankenthal sowie im Rhein-Neckar-Kreis. Gerne unterstütze ich Sie im Antragsverfahren und berate Sie zu den notwendigen Schritten und Unterlagen.
Ablauf der Lerntherapie
1. Erster Kontakt / Vereinbarung eines Anamnesegesprächs
In der Regel nehmen Sie telefonisch oder persönlich Kontakt mit mir auf.
Erste Informationen werden ausgetauscht und ein Termin für ein persönliches Anamnesegespräch wird vereinbart.
2. Anamnesegespräch
Das Anamnesegespräch dauert in der Regel ca. eine Stunde. In dieser Stunde können Sie ausführlich Ihr Problem schildern und es besteht genug Zeit, alle Ihre Fragen zur Lerntherapie zu klären.
Bitte bringen Sie eventuell vorhandene Testergebnisse, fachärztliche Stellungnahmen sowie Schulhefte und Klassenarbeiten Ihres Kindes mit.
Am Ende des Anamnesegesprächs sprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen ab.
3. Weiterführende Diagnostik
Zu Beginn der Therapie setze ich standardisierte Diagnostikverfahren ein, um mir ein besseres Bild der individuellen Schwierigkeiten Ihres Kindes zu verschaffen, um daraus die nötigen Förderschwerpunkte ableiten zu können.
Hier arbeite ich engmaschig mit dem Team von lernserver.de zusammen.
Nach Auswertung der Testungen werde ich mit Ihnen die Ergebnisse ausführlich besprechen und Sie erhalten einen umfassenden Diagnostikbericht. Anschließend wird das weitere Vorgehen festgelegt.
4. Ausarbeitung eines individuellen Förderplans für Ihr Kind
Auf Grundlage der Anamnese und der Testungen erstelle ich einen individuellen Förderplan für Ihr Kind. Dieser beinhaltet sowohl den Ausgangspunkt und die inhaltlichen Schwerpunkte der Therapie sowie weitere Übungsempfehlungen.
Ablauf der einzelnen Therapiestunden
Eine Einzel-Therapiestunde dauert 60 Minuten. Jede Sitzung beinhaltet die Bausteine Übungen, Konzentration und Spiel. Die Kinder entscheiden selbst, in welcher Reihenfolge sie in der jeweiligen Sitzung arbeiten wollen.
Übungen: Je nach Problem Ihres Kindes werden in dieser Zeit gezielte Übungen und Aufgaben durchgeführt.
Spiel: Auch das regelmäßige Spielen gehört zum Inhalt der Stunden, um durch spielerisches Lernen nachhaltig Erfolge zu bewirken.
Konzentration: Hier werden gezielte Übungen aus den Bereichen Konzentration, auditive/ visuelle Wahrnehmung, Fein- oder Graphomotorik u.a. erarbeitet, orientiert an den Bedürfnissen des Kindes.
Gespräche mit Lehrern
Nach Entbindung der Schweigepflicht führe ich nach Bedarf Gespräche mit Lehrern über die Entwicklung Ihres Kindes im Unterricht, seine/ihre Schwierigkeiten und Fortschritte. So kann der Therapieplan Ihres Kindes überprüft und gegebenenfalls anpasst werden.
Ende der Therapie
Es gibt keine festgelegte Vertragslaufzeit. Ist das Therapieziel erreicht, wird die Therapie beendet.
Auch bei sonstigen Gründen kann die Therapie gekündigt werden.
Nachhilfe vs. Lerntherapie
Nachhilfe greift, wenn Unterricht in Folge von Fehlzeiten versäumt wurde und ein eigenständiges Nachholen nur schwer möglich ist. Ebenso hilft sie bei Verständnisproblemen, die mit alternativen Erklärungswegen oder zusätzlichen Übungen gelöst werden können. Nachhilfeunterricht kann zudem erforderlich werden, wenn ein Schüler auf eine Schule wechselt, die einen höheren Wissensstand voraussetzt.
Hat ein Kind eine diagnostizierte Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie), eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) oder gar eine Lernstörung, liegt ADHS vor, fehlen wesentliche Lernvoraussetzungen oder ist Nachhilfeunterricht aus anderen Gründen nicht ausreichend, sollten sich Eltern um eine Lerntherapie für ihr Kind bemühen.
